Kinder haben Angst

Kinder haben Angst – und wir können ihnen helfen
Angst gehört zum Großwerden dazu. Kinder fürchten sich vor der Dunkelheit, vor fremden Menschen, vor der Schule – und manchmal auch vor Dingen, die Erwachsene schwer nachvollziehen können. In einer Welt, in der Terroranschläge, Amokläufe und Krisen ständig in den Medien präsent sind, erleben Kinder Ängste jedoch noch intensiver. Umso wichtiger ist es, dass wir Erwachsene ihnen Orientierung und Sicherheit geben.
Angst ist ein Teil der Entwicklung
Es ist völlig normal, dass Kinder in unterschiedlichen Lebensphasen verschiedene Ängste durchleben:
- Kleinere Kinder haben häufig Trennungsängste oder fürchten sich vor Monstern und dunklen Räumen.
- Grundschulkinder entwickeln Ängste vor Schule, Prüfungen oder neuen sozialen Situationen.
- Jugendliche setzen sich stärker mit Themen wie Gerechtigkeit, Gewalt, Leben und Tod auseinander.
Angst schützt – sie macht aufmerksam und vorsichtig. Doch wenn sie den Alltag bestimmt, dann brauchen Kinder Hilfe.
Wie wir mit der Angst unserer Kinder umgehen können
- Zuhören und ernst nehmen
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind. Fragen Sie nach: „Was macht dir Angst?“ und „Wie fühlst du dich dabei?“.
Vermeiden Sie Sätze wie „Hab doch keine Angst“. Sie verstärken eher das Gefühl, unverstanden zu sein.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind. Fragen Sie nach: „Was macht dir Angst?“ und „Wie fühlst du dich dabei?“.
- Ehrlich, aber kindgerecht antworten
- Bleiben Sie bei der Wahrheit, aber wählen Sie einfache Worte. Kinder spüren, wenn etwas verschwiegen wird – das verunsichert. Gehen Sie jedoch nicht in belastende Details und überfordern Sie Ihr Kind nicht.
- Sicherheit und Nähe geben
- Rituale, gemeinsames Spielen, Vorlesen oder einfach Nähe vermitteln Geborgenheit. Kinder brauchen das sichere Gefühl: „Hier bist du geschützt.“
- Medien bewusst begleiten
- Halten Sie Kinder unter 10 Jahren möglichst fern von Schockbildern im Fernsehen und im Internet. Jüngere verarbeiten Bilder viel schwerer als Worte.
Jugendliche lassen sich von sozialen Netzwerken nicht fernhalten – hier hilft nur das Gespräch: „Was hast du gesehen? Was geht dir dabei durch den Kopf?“
- Halten Sie Kinder unter 10 Jahren möglichst fern von Schockbildern im Fernsehen und im Internet. Jüngere verarbeiten Bilder viel schwerer als Worte.
- Vorbild sein
- Kinder erleben die Ängste ihrer Eltern unmittelbar. Zeigen Sie, dass auch Erwachsene besorgt sein können – aber strahlen Sie Zuversicht aus. Sicherheit und Hoffnung übertragen sich.
Wann ist professionelle Hilfe notwendig?
Wenn Ängste über Wochen anhalten, zu Schulverweigerung führen oder körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen auslösen, sollten Kinderärzte oder Kinderpsychologen hinzugezogen werden. Frühzeitige Unterstützung verhindert, dass Ängste chronisch werden.
Gemeinsam durch schwierige Zeiten
Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten – sie denken und fühlen intensiver, als wir manchmal glauben. Mit ehrlichen Gesprächen, klaren Grenzen zum Medienkonsum und viel Liebe können Erwachsene dazu beitragen, dass Ängste nicht überwältigend werden.
Dialog, Nähe und Sicherheit sind der Schlüssel.
